Stellungnahme zum NZZ Artikel „Was geschah, als Kalifornien das grosse Geld witterte und Kiffen erlaubte (Spoiler: nichts Gutes)“

IG Hanf Schweiz[i], 1. Mai 2024

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Wir beziehen uns in dieser Stellungnahme auf den Artikel «Was geschah, als Kalifornien das grosse Geld witterte und Kiffen erlaubte» der am 27. April 2024 in der NZZ erschienen ist.

Der Bericht zeigt auf, dass der Schwarzmarkt für Cannabis weiterhin blüht und die Gewalt subjektiv betrachtet sogar zugenommen hat.

Die im Artikel dargestellten Ereignisse sind keineswegs repräsentativ für die Auswirkungen einer Legalisierung von Cannabis. Der Artikel fokussiert sich stark auf negative Aspekte und lässt positive Entwicklungen ausser Acht. Es werden Kausalitäten behauptet, die nicht belegbar sind. Die bestehende Gewalt auf die Regulierung von Cannabis zurückzuführen, wie der Titel suggeriert, ist ausserordentlich fragwürdig.

Wir betonen zudem, dass die Situation in Kalifornien nicht auf die Schweiz übertragbar ist. Die dortigen Vorfälle, die in dem Artikel beschrieben werden, spiegeln eine spezifische Entwicklung wieder, die nicht zwangsläufig auf andere Länder oder Regionen zutrifft. Die Schweiz hat ihre eigenen rechtlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, die eine differenzierte Betrachtung erfordern.

Eine ausgewogene Berichterstattung sollte auch die potenziellen Vorteile einer Regulierung des Cannabis-Marktes berücksichtigen, wie etwa die effektive Reduzierung von kriminellen Machenschaften, die Ermöglichung von Qualitätskontrollen und die Schaffung neuer wirtschaftlicher Chancen.

IG Hanf vertritt die Auffassung, dass eine einfache, klare und gerechte Regulierung des Cannabis-Marktes essentiell ist, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und den illegalen Handel wirksam zu bekämpfen.

Ein entscheidender Aspekt einer effektiven Cannabisregulierung ist der Jugendschutz. Eine klare und einfache Gesetzgebung ist der einzige Weg, um einen vernünftigen und durchsetzbaren Jugendschutz zu gewährleisten.

Wir fordern daher eine Überarbeitung der Cannabispolitik, die folgende Punkte berücksichtigt:

  • Eine ausgewogene Regulierung zur Minimierung der sozialen und gesundheitlichen Schäden.[ii]
  • Schutz der Bevölkerung durch Werbeeinschränkungen und andere Massnahmen
  • Förderung von fairem Wettbewerb unter den Marktteilnehmenden
  • Keine Monopole
  • Transparente und effiziente Vergabeverfahren für Lizenzen und Bewilligungen
  • Verhindern einer Unter- oder Überproduktion durch einen regulierten Markt
  • Die Förderung von Prävention und Aufklärung, um ein risikoreiches Konsumverhalten zu vermeiden.
  • Eine Regulierung, die den Konsum nicht anregt, sondern einen kontrollierten Markt mit minimalen Risiken schafft.
  • Effektiver Jugendschutz

Pressekontakt

Dr. rer. nat. Claudia Zieres-Nauth

politik@ighanf.ch / +41 (0)76 541 04 20

Weitere Informationen


Anhang

[i] Der Branchenverband der Schweizer Cannabis-Industrie repräsentiert über 100 schweizerische Unternehmen mit total über 1000 Beschäftigten. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 arbeitet die IG Hanf eng mit Fachpersonen, Suchtverbänden, Behörden, politischen Parteien und Konsumenten zusammen und setzt sich für eine vernünftige Cannabisregulierung ein.

Wir stehen für eine vernünftige Cannabisregulierung mit Kontrollmechanismen zugunsten einer nachhaltigen und lokalen Produktion ein, welche durch Qualitätsstandards gesundheitliche Risiken auf ein Minimum reduziert.»

Weitere Informationen: Website der IG Hanf Schweiz

[ii]

Lukas Brunner
Author: Lukas Brunner