Bern, 07.07.2026
Der World Drug Report 2026 der UNO zeigt die Grenzen der heutigen Cannabisprohibition deutlich auf: 256 Millionen Menschen konsumierten 2024 Cannabis, rund 40 Prozent mehr als vor zehn Jahren, bei gleichzeitig rekordhohen Sicherstellungen. Die IG Hanf Schweiz fordert deshalb eine zügige Regulierung des Cannabismarktes. Nur ein kontrollierter Markt kann Gesundheits- und Jugendschutz wirksam gewährleisten und den Schwarzmarkt nachhaltig zurückdrängen.
Rekord-Sicherstellungen, steigender Konsum: Der Schwarzmarkt bleibt dominant
Gemäss dem UNODC bleibt Cannabis mit grossem Abstand die meistkonsumierte illegale Substanz weltweit. Die Prävalenz stieg von 3.8 Prozent (2014) auf 4.8 Prozent (2024), während die Sicherstellungen historische Höchststände erreichten. Jahrzehnte intensiver Strafverfolgung haben weder Angebot noch Nachfrage reduziert. Sie haben einen unregulierten Milliardenmarkt geschaffen, dessen Gewinne der organisierten Kriminalität zufliessen. Die EU-Drogenagentur EUDA warnte Ende 2025 zudem erstmals offiziell vor hochpotentem und pestizidbelastetem Cannabis aus Nordamerika auf europäischen Märkten. Auch dies zeigt: Der Schwarzmarkt ist nicht nur ein ordnungspolitisches Problem, sondern ein direktes Risiko für die Gesundheit der Konsumierenden.
Prohibition zeigt begrenzte Wirkung
Dieses Bild bestätigt sich hierzulande: eine Plantage mit rund einer Tonne Cannabis im Kanton Zürich und 700 Kg Cannabis am Flughafen ZH in nur einem Quartal, 19 Indooranlagen im Kanton Solothurn sowie grosse Sicherstellungen in Bern zeigen nur die Spitze des Ausmasses der illegalen Produktion und Verbreitung. Studien aus dem Kanton Waadt belegen zudem, dass Schwarzmarktprodukte häufig hochpotent und potenziell verunreinigt sind. Konsumierende wissen weder zuverlässig, was sie kaufen, noch woher es stammt. Der Schwarzmarkt entzieht sich jeder Qualitätskontrolle und bindet erhebliche Ressourcen bei Polizei und Justiz.
World Drug Report 2026: Cannabis in Zahlen
Die wichtigsten Erkenntnisse des UNO-Drogenberichts (Datenjahr 2024)
Meistkonsumierte illegale Substanzen weltweit
Konsumierende 2024, in Millionen
Drei Befunde, die für eine Regulierung sprechen
Rekord-Sicherstellungen und trotzdem Rekordkonsum:
Nur ein regulierter Markt schützt Gesundheit und Jugend.
Pilotversuche zeigen: Regulierung schützt besser als Verbote
Die laufenden Schweizer Pilotversuche zur regulierten Cannabisabgabe zeigen eine positive Entwicklung: kontrollierte Produkte, transparente Deklaration, begleitende Prävention, stabilisiertes Konsumverhalten und ein reduzierter Bezug über den Schwarzmarkt.
Ein regulierter Markt ermöglicht, was die Prohibition nicht leisten kann:
- geprüfte Produkte mit transparent deklariertem THC-Gehalt
- Ausschluss von Verunreinigungen und toxischen Beimischungen
- konsequenter Jugendschutz sowie Prävention und Aufklärung
- gezielte Zurückdrängung von Schwarzmarkt und Kriminalität
Jede Verzögerung stärkt den Schwarzmarkt
Mit der parlamentarischen Initiative 20.473 liegt ein evidenzbasierter Vorschlag vor, der Jugendschutz und öffentliche Gesundheit ins Zentrum stellt. Die SGK-N hat den Entwurf am 7. Mai 2026 zur Überarbeitung an die Subkommission zurückgewiesen. Die IG Hanf Schweiz trägt diesen Schritt mit, erwartet aber zügige Beratungen, einen klaren Zeitplan und eine verbindliche Anschlusslösung für die Pilotversuche. Jede weitere Verzögerung stärkt einzig den Schwarzmarkt, zulasten der Gesundheit der Konsumierenden, des Jugendschutzes und der öffentlichen Sicherheit.
„Der Schwarzmarkt kennt keine Qualitätskontrollen, keinen Jugendschutz und keine Transparenz. Regulierung ist kein Experiment sondern die notwendige Antwort auf die gescheiterte Verbotspolitik“ sagt Renato Auer, Vorstandsmitglied und Medienverantwortlicher der IG Hanf.
Über IG Hanf: Die Interessengemeinschaft Hanf ist der Branchenverband der Schweizer Cannabis-Industrie und setzt sich für eine sinnvolle Regulierung und Förderung der Hanfbranche in der Schweiz ein. Weitere Informationen auf der Webseite des Verbandes.
Für Rückfragen: Renato Auer, IG Hanf Schweiz, +41 76 541 04 20, renato.auer@ighanf.ch
Ergebnisse aus den Pilotversuchen mit Cannabis
Kapo Zürich hebt Hanf-Plantage aus: Eine Tonne Cannabis – 20 Minuten
Zürich ZH: 700 kg Marihuana – 32 Kuriere am Flughafen verhaftet
Solothurn: Polizei hebt 19 Hanf-Indooranlagen aus
Bern: Rund eine Tonne Haschisch und Marihuana sichergestellt
Eine Studie untersucht die Cannabisprodukte auf dem Schwarzmarkt im Kanton Waadt | Presseportal