Cannabisregulierung: Nachbessern ja, verzögern nein

Cannabisregulierung: Nachbessern ja, verzögern nein

Die SGK-N hat den Entwurf zur parlamentarischen Initiative Siegenthaler (20.473) am 7. Mai 2026 zur Überarbeitung an die Subkommission zurückgewiesen. Die IG Hanf Schweiz trägt den Schritt mit, fordert aber Tempo, einen klaren Zeitplan und eine verbindliche Anschlusslösung für die Pilotversuche. Jede weitere Verzögerung stärkt einzig den Schwarzmarkt.

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) hat am 7. Mai 2026 die Vernehmlassungsergebnisse beraten und den Entwurf aufgrund zahlreicher Änderungsvorschläge an die Subkommission zurückgeschickt. Aus Sicht der IG Hanf Schweiz ist das nachvollziehbar, darf aber nicht zur Hängepartie werden.

Jeder Monat ohne Regulierung stärkt den Schwarzmarkt

Anpassungen am Entwurf sind sinnvoll, damit die Vorlage mehrheitsfähig und vollzugstauglich wird. Klar ist aber: Solange eine gesetzliche Grundlage fehlt, bleiben Konsumentinnen und Konsumenten ohne Qualitätskontrolle, ohne wirksamen Jugendschutz und ausserhalb jeder staatlichen Aufsicht. Profitieren tut nur der illegale Markt.

Pilotversuche: eine Anschlusslösung ist unverzichtbar

Die laufenden Pilotversuche liefern die empirische Grundlage für eine evidenzbasierte Regulierung. Brechen sie ohne geordneten Übergang weg, gehen wertvolle Daten, funktionierende Strukturen und getätigte Investitionen verloren. Das wäre ein Rückschritt für Konsumentenschutz, Forschung und Vollzug. Die IG Hanf Schweiz fordert deshalb eine verbindliche Anschlusslösung, die nahtlos an die heutigen Versuche anknüpft.

Klarer Auftrag an die Subkommission

Mit der parlamentarischen Initiative 20.473 liegt ein evidenzbasierter Vorschlag vor, der Jugendschutz und öffentliche Gesundheit ins Zentrum stellt und den Schwarzmarkt zurückdrängen soll. Die IG Hanf Schweiz erwartet von der Subkommission, die Beratungen zügig und mit einem klaren Zeitplan aufzunehmen, die Kantone konstruktiv in den Vollzug einzubinden und eine verbindliche Anschlusslösung für die Pilotversuche zu schaffen. Ebenso wichtig ist, an den Kernzielen Jugendschutz, Gesundheitsschutz und Schwarzmarktbekämpfung festzuhalten.

«Die Rückweisung ist kein Neustart, sondern ein Auftrag zur Nachbesserung. Entscheidend ist jetzt, dass die Regulierung mehrheitsfähig, vollziehbar und wirksam gegen den Schwarzmarkt ausgestaltet wird. Dafür braucht es einen klaren Zeitplan und eine verbindliche Anschlusslösung für die Pilotversuche», sagt Renato Auer, Vorstandsmitglied und Medienverantwortlicher der IG Hanf Schweiz.

Eine Regulierung wirkt nur, wenn sie im Vollzug praktikabel ist, die Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich erreicht und dem illegalen Markt ein glaubwürdiges legales Angebot entgegensetzt.


Über die IG Hanf Schweiz Die IG Hanf Schweiz ist der Branchenverband der Schweizer Cannabisindustrie. Sie setzt sich für eine evidenzbasierte, gesundheitsorientierte und wirtschaftlich tragfähige Regulierung von Cannabis in der Schweiz ein.

Medienkontakt

IG Hanf Schweiz, Renato Auer, Vorstandsmitglied und Medienverantwortlicher, renato.auer@ighanf.ch, +41765692014