Auswertung Pilotversuche 2024 – 2025

Auswertung Pilotversuche 2024 – 2025

Die Studie der Universität Lausanne in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz zu den Cannabis-Pilotversuchen zeigt, dass im Rahmen der kontrollierten Abgabe bisher keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit oder die öffentliche Ordnung festgestellt wurden. Vielmehr berichten Teilnehmende von einem verbesserten psychischen Wohlbefinden, da Beschaffungsstress und Stigmatisierung wegfallen. Gleichzeitig ist in einzelnen Studien ein Rückgang des problematischen Konsums nachweisbar.

Legaler Erwerb bei den Cannabis-Pilotversuchen

Trotz einer allgemein hohen Zufriedenheit mit der Beratungs- und Produktqualität wird von etwa einem Drittel der Teilnehmenden Kritik an den als zu hoch empfundenen Preisen geäussert. 30 – 50 % der Teilnehmenden beziehen weiterhin Cannabis vom illegalen Markt. Besonders deutlich ist dies im Projekt SCRIPT (Bern, Biel, Luzern), bei welchem in qualitativen Interviews alle befragten Personen angaben, weiterhin zusätzlich Cannabis von Bekannten zu kaufen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass belastbare Zahlen zum legalen Bezug derzeit nur für vier der sieben Versuche vorliegen: Cann-L (70,2 %), La Cannabinothèque (63 %), Weedcare (über 50 %) und Grashaus (rund 50 %).

  • Weedcare (Basel-Stadt): Hier gibt etwas mehr als die Hälfte (über 50 %) der Teilnehmenden an, Cannabis nur noch über den Pilotversuch zu beziehen.
  • Grashaus (Basel-Landschaft): In diesem Modell bezieht ebenfalls rund die Hälfte der Probanden ihr Cannabis mittlerweile nur noch legal und die Anzahl der Tage mit illegalem Bezug sank im Durchschnitt von 20 auf 10 Tage pro Monat.
  • Cann-L (Lausanne): Nach sechsmonatiger Teilnahme gaben 70,2 % der Personen an, ihr Cannabis fastausschliesslich bei Cann-L zu beziehen. In Lausanne sank der Anteil derer, die „fast immer“ illegal kauften, massiv von 63 % auf nur noch 7 %.
  • La Cannabinothèque (Genf): Eine Befragung ergab, dass 63 % der Teilnehmenden sich ausschliesslich über die legale Verkaufsstelle versorgen.
  • ZüriCan (Zürich): Für dieses Projekt wird keine spezifische Prozentzahl genannt.
  • Cannabis Research Zürich: Hier wird geschätzt, dass fast 50 % der Teilnehmenden den illegalen Markt weiterhin als zusätzliche Bezugsquelle nutzen.
  • SCRIPT (Bern, Biel, Luzern): Eine abschliessende Analyse der Daten zur gesamten Teilnehmerkohorte liegt nicht vor. Qualitative Einzelinterviews mit einer kleinen Gruppe von 14 Teilnehmenden ergaben jedoch, dass alle 14 befragten Personen zusätzlich zu den Studienprodukten weiterhin Cannabis von Bekannten kauften.

Die Zwischenergebnisse sind nur beschränkt aussagekräftig, weil viele Daten erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgewertet werden.

Zur Studie: Analysis of results from cannabis pilot trials in Swiss cities – International Drug Policy Consortium (IDPC)