Die Schweiz sucht neue Ansätze im Umgang mit Cannabis. Als Beitrag zu dieser Diskussion schlagen Vertreter aus den Bereichen Suchtprävention und Hanfindustrie ein Regulierungsmodell für die Schweizer Verhältnisse vor. Das in Genf und Lausanne entwickelte Modell gleicht demjenigen, das vor kurzer Zeit in Kanada angenommen wurde. Der Schwerpunkt liegt auf der öffentlichen Gesundheit, das Modell will aber auch die Entwicklung einer nachhaltigen, einheimischen Industrie ermöglichen.

 

Die Cannabispolitik der westlichen Länder befindet sich aktuell im Umbruch. Viele Länder, darunter auch die Schweiz, suchen nach neuen Wegen, um den Problemen rund um diese Pflanze beizukommen. Der gemeinsame Nenner dieser teilweise sehr unterschiedlichen Modelle ist der Wille, von der herkömmlichen Cannabis-Prohibition wegzukommen.  Um die Diskussion um dieses Thema zu fördern, haben Fachleute aus der Suchtprävention (GREA) im Verein mit CBD-Produzenten (IG Hanf) ein Regulierungsmodell für den Schweizer Markt erarbeitet, dass in gleicher Weise die Anliegen der öffentlichen Gesundheit und des Jugendschutzes berücksichtigt, wie es Rahmenbedingungen für eine Schweizer Cannabisindustrie festlegt. Das Modell geht auf die zahlreichen technischen Fragen ein, die sich aus einem für die Schweiz praktikablen Szenario ergeben.

Erste Erkenntnisse der Legalisierung in verschiedenen US-Staaten haben insbesondere Probleme in Bezug auf eine zu offene Regelung aufgezeigt, so das Auftauchen von neuen Markteilnehmern, die den Konsum zu fördern zu suchen. Solche Praktiken, die eine grosse Ähnlichkeit mit den Angeboten der Tabak- und Nahrungsmittelindustrie haben, sind nicht wünschenswert. Im Gegenteil sollte sich eine zukünftige Cannabisregulierung positiv auf den Schutz der öffentlichen Gesundheit auswirken. So gesehen ist ein Markt mit inländischen Produkten von regional verankerten, verantwortungsbewussten Herstellern, die mit der komplexen Materie umzugehen wissen, einem freien, von Multinationalen beherrschten Markt vorzuziehen.

Werbung beschränken, Besteuerung der Produkte nach ihrem Gefährdungsgrad, Jugendschutz, Förderung risikoarmen Konsums, Kontrolle durch eine Bundesbehörde – dies sind die Eckpfeiler des von der GREA und IG Hanf entwickelten Regulierungsmodells, das die Gebote der Wirtschaft und der Gesundheit vereinbart. Nach jahrzehntelanger Gegnerschaft zwischen Industrie und Prävention (Alkohol, Tabak) zeichnen sich neue Bündnisse ab, vor allem mit kleinen, regionalen Produzenten. Wie im Fall des Schweizers Weinbaus kommen diese beiden Welten nun in der Vision eines verantwortungsvollen und kontrollierten Marktes zusammen.

Kontakte 

Cédric Heeb, Mitglied des Vorstand, IG Hanf – info@ighanf.ch, 022 312 34 34

Jean-Félix Savary, Generalsekretär, GREA – jf.savary@grea.ch, 079 345 73 19

Anhang

Regulatorisches Modell (RegulationCannabis_FR_v2018.10.16 auf Französisch), Regulatorisches Modell (RegulierungCannabis_DE_v2018.10.22 auf Deutsch)

Pressemitteilung (CP_Un modèle pour la Suisse_29102018v3 auf Französisch), Pressemitteilung (Cannabis: «Schützen und Kontrollieren» – ein Modell für die Schweiz_29102018v3 auf Deutsch)

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